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Sonnenhaus-Institut e.V.

Sonnenhaus trotzt Wettergott

Wie es sich in tiefstem Winter, bei sechs Wochen ohne Sonne und dichtem Nebel in einem weitgehend solar beheizten Haus lebt

Straubing, 8. Februar 2006. Wie lebt es sich in einem weitgehend solar beheizten Haus, wenn der Winter besonders lang und streng ist? Wenn der Nebel nicht weichen und wochenlang keine Sonne scheinen will? "In dem Sonnenhaus lebt es sich ganz toll", hat Jasmin Schneider* aus dem Bayerischen Wald die Antwort parat. Sie muss es wissen. Im September sind sie und ihre Familie in das neue Haus, das zu rund 70 Prozent solar beheizt werden soll, eingezogen. Prompt kam der erste Winter nicht nur besonders früh, sondern war auch besonders kalt. Sechs Wochen keine Sonne und ungewöhnlich viel Nebel für den Landstrich am Bayerischen Nationalpark, in dem es bis zu -25°C kalt werden kann. Dem Wohn- und Wohlgefühl hat es keinen Abbruch getan: "Wir fühlen uns rundum wohl", sagt die Mutter von zwei Kindern zufrieden.

Ausrichtung nach Süden  

Rund 250 Quadratmeter Wohnfläche hat das Haus, das mit seiner solaren Bauweise nicht nur in Niederbayern, sondern auch bundesweit noch deutlich aus dem Rahmen fällt. Erkennbar wird dies durch die Orientierung des Gebäudes nach Süden, so dass die Solarenergie bestmöglich genutzt werden kann. Auf dem Pultdach zur Südseite sind 56 Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert. Die Indachkollektoren füllen die gesamte Dachfläche aus und sind mit einem Winkel von 60 Grad besonders steil montiert. Auf diese Weise kann die im Herbst und Winter tiefer stehende Sonne fast senkrecht darauf scheinen, so dass in den kühlen Monaten genügend Wärme vorhanden ist. Der Solarertrag wird durch so genannte passive Gewinne gesteigert. Hierfür sind die großen Fenster und Türen auf der Südseite "zuständig". Sie lassen nicht nur viel Licht, sondern auch Wärme ins Haus. Eine moderne Dreifachverglasung sorgt dafür, dass sie nicht ungewollt wieder entweicht.

Dafür dass im Sommer aber auch nicht zuviel Wärme hineinkommt, sorgt das "eigenwillige Dach", wie die Bewohner das Pultdach nennen. Dann verschattet das Vordach die oberen Fenster und beugt so einer Überhitzung im Inneren des Hauses vor.

Unbeschwert heizen und lüften

Die Wärme von den Indachkollektoren wird in einem Wassertank mit 9,4 Kubikmeter Fassungsvermögen und integriertem Trinkwasserboiler der Schweizer Firma Jenni gespeichert. In dem Dorf steht der Swiss-Solartank "im Rampenlicht". Er ist genau in der Mitte des Gebäudes aufgestellt und bildet das Herzstück des Sonnenhauses. Der gut gedämmte und verkleidete Stahltank reicht vom Erdgeschoss bis in die erste Etage. Um ihn herum verläuft die Holztreppe. Seinen Abschluss ungefähr auf Hüfthöhe im Obergeschoss haben die Schneiders mit einem Mosaik zu einem "Hingucker" gemacht. "Trotz der sehr guten Isolierung gibt er noch ein bisschen Wärme ab und heizt den Flur gleich mit", erzählt die Hausherrin. Wenn es einmal zu warm wird, lüften sie einfach, wie schon im September geschehen. "Dann genießen wir den unbeschwerten Umgang mit der Energie."


"Attraktiv verkleideter Holzkessel im Wohnraum"

Rund 70 Prozent des Energiebedarfs für die Heizung und die Erwärmung des Dusch- und Trinkwassers können durch die Sonnenkollektoren gedeckt werden, haben der Architekt Georg Dasch und der ausführende Heizungs- und Solarfachbetrieb Soleg aus Zwiesel ermittelt. Für den Restbedarf sorgt ein Kachelofen mit einem Wassereinsatz und einer Leistung von 25 kW. Das Besondere an ihm: Er ist wie ein Grundofen ummauert. Ungefähr 12 Stunden gibt er "dezent" Strahlungswärme an den Raum ab, die restliche Wärme kommt dem Heizungswasser zugute. "Die wasserseitige Leistung ist außergewöhnlich hoch", erläutert Heizungs- und Solarfachmann Wolfgang Hilz von der Soleg. "Der Ofen ist technisch gesehen ein attraktiv verkleideter Holzkessel im Wohnraum." Zusammen mit der Glastür beträgt die direkte Abstrahlung an den Raum nur etwa 10 Prozent der Gesamtleistung. Hierdurch wird eine Überhitzung vermieden. Mit ihrer Wahl ist die Familie rundum zufrieden. "Der hat eine enorme Leistung. Ein toller Ofen." Aber nicht nur das: Er entspricht auch genau ihren Vorstellungen. Das Design haben die Hausherrin und der Architekt zusammen entwickelt.

Die Wärme aus der Solar-Holzheizung wird über Wand- und Fußbodenheizungen im Haus verteilt. Ihre Strahlungswärme, die als für den menschlichen Körper besonders gut verträglich gilt,  ist von Kachelöfen her bekannt.

70: 30—Das ideale Verhältnis von Sonne und Holz

Obwohl sie noch kein ganzes Jahr in dem neuen Haus wohnen, haben Jochen und Jasmin Schneider schon ihre Erfahrungen mit dem Zuheizen gesammelt. "Gerade hatten wir vier Tage Sonnenschein, da brauchen wir gar nicht zuzuheizen", erzählt der Hausherr. Und das, obwohl draußen noch meterhoher Schnee liegt. Als sie Weihnachten ein paar Tage in Urlaub waren, mussten sie einen Tag kräftig mit dem Kachelofen einheizen, und schon war es wieder angenehm warm. Den Scheitholzbedarf schätzt Architekt Dasch auf vier bis fünf Raummeter im Jahr. Auf den 250 Quadratmetern sind alle Räume beheizt. Das Verhältnis von 70 Prozent Sonne und 30 Prozent Holz halten er und seine Kollegen vom Sonnenhaus-Institut e.V. für ideal.


"Ein lebendes Haus"

Für den nachwachsenden, heimischen Rohstoff Biomasse hat sich die Familie auch bei der Bauweise entschieden. "Es sollte auch ökologisch sein", sagt Jasmin Schneider, und so wurde das Haus in Holzrahmenbauweise errichtet. "Man merkt, es ist ein lebendes Haus", sagt sie mit einem Lachen. "Es knackt mal was, das Holz arbeitet."

Für eine ausgezeichnete Wärmedämmung sorgt umweltfreundliche Zellulose, die in die Zwischenräume der Holzrahmen eingeblasen wurde. Eine erstklassige Dämmung ist die Voraussetzung für das Funktionieren des solaren Bau-und Heizkonzeptes. Entsprechend gering sind die U-Werte, die die Wärmeleitfähigkeit der Bauteile beziffern. Beim Dach beträgt der U-Wert nur 0,12 W/m²K, bei den Außenwänden 0,13 W/m²K, bei den Fenstern 0,95 W/m²K. „"s ist ein in sich geschlossenes dichtes System, es zieht nirgendwo", weiß die Expertin für das Heizsystem nach vier Monaten in dem klimafreundlichen Haus. " Überhaupt ist es ein ganz anderes Wärmegefühl."

"Das hat uns einfach überzeugt"

Den Vergleich zu konventionellen Häusern hat sie, denn das Sonnenhaus ist schon das zweite Haus, das sie und ihr Mann Jochen gebaut haben. Dieses Mal haben sie aber noch konsequenter auf ihre "ökologische Stimme" gehört. Während sie beim ersten Eigenheim mit einer Solaranlage und einem Kachelofen lediglich zugeheizt haben, setzen sie nun ausschließlich auf Sonne und Holz. Die Entscheidung dafür ist durch einen Vortrag von Solarfachmann Wolfgang Hilz gefallen. "Ein dichtes Haus, mit Sonne beheizt und durch Holz unterstützt: Das hat uns einfach überzeugt", erinnern sie sich. Der Mut, Neuland zu betreten, sollte sich auszahlen. "Es ist einfach wärmer", beschreibt das Paar den hohen Wohnkomfort mit Nachdruck. Und das, ohne sich über steigende Öl- und Gaspreise Gedanken machen zu müssen.

Nähere Informationen gibt es telefonisch unter 0700 / 70 10 90 10 (12 Cent/min.) oder im Internet unter www.sonnenhaus-institut.de.  

Die Rahmendaten
(Stand: Januar 2006)

Sonnenhaus Schneider* im Bayerischen Wald
Einzug im September 2005
Beheizte Wohnfläche: ca. 250 m²
Wärmebedarf Heizung: ca. 13.000 kWh/Jahr
Energiebezugsfläche nach der EnEV: 355 m²
Primärenergiebedarf nach der EnEV: ca. 10 – 15 kWh/m² Jahr
Solarer Deckungsgrad: ca. 70%
Kollektorfläche: 56 m² auf Pultdach (HFK-Indachkollektoren der Soleg)
Speicher: Swiss Solartank mit 9,4 m³ Fassungsvermögen
Nachheizung: Kachelofen mit Powall-Einsatz Vario K 25 kW
Alle Räume im Erdgeschoss und im 1. Stock sind beheizt.
Keine Unterkellerung
Holzständerbauweise, Dämmung mit Zellulose
U-Wert Dach: 0,12 W/m²K
U-Wert Wand: 0,13 W/m²K
U-Wert Fenster: 0,95 W/m²K

* Die Namen der Sonnenhaus-Bewohner sind geändert.


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